wine biit insights - Gegen akuten Wissensdurst
wine biit schenkt ein
wine biit insights - Gegen akuten Wissensdurst
wine biit schenkt ein
Source / Credits: https://weinfuehrer.wein.plus/uploads/editor/images/6739/Portugal%20-%20Karte%20mit%20Regionen.jpg
Portugal ist ein Weinland mit langer Tradition und einer aussergewöhnlich hohen Vielfalt an autochthonen Rebsorten (über 250). Die klimatischen Unterschiede zwischen Atlantikküste und Landesinnerem sowie die grosse Bandbreite an Böden führen zu einer breiten Stilistik. Neben Portwein und Madeira gewinnen die stillen Weine seit dem Beitritt in die Europäische Gemeinschaft 1986 (später EU) zunehmend an Bedeutung. In Bezug auf die Anzahl der produzierten Hektolitern liegt Portugal 2024 mit Rund 6'900'000 Hektolitern auf Rang 11 weltweit (1. Italien / 41 Mio. hl, 2. Frankreich 36.9 Mio. hl, 3. Spanien 33.6 Mio. hl).
Im Vergleich zu anderen Ländern reden portugiesische Winzer und Fachleute viel weniger über Rebsorten. Dies hat einen traditionellen Hintergrund, sind doch sehr viele Weine typischerweise Assemblagen. Je nach Subregion gibt es noch ältere "Field Blends", dies verschwindet aber mehr und mehr.
Mein Eindruck hat sich vor Ort bestätigt, dass man in Portugal Weine in einem hervorragenden Preis-/Leistungsverhältnis findet. Dies hat meines Erachtens auch Gründe. In der Vergangenheit wurde es im Gegensatz zu anderen bekannten Weinregionen in anderen Ländern verpasst, klares Marketing zu betreiben. Das Weinland Portugal ist unglaublich schwierig zu greifen, sei es wegen den vielsortigen Blends, den zahlreichen autochthonen Rebsorten oder dann der vielen Synonyme, die wiederum für Rebsorten verwendet werden (Beispiel Tempranillo in Spanien heisst im Norden Portugals (v.a. Douro) Tinta Roriz und im Süden (v.a. Alentejo) Aragonês).
Desweiteren war ich tatsächlich überrascht, so viele tolle Weissweine anzutreffen. Nur rund 30% der Produktion ist Weisswein, gefühlt war es mehr und die Qualität war oft sehr überzeugend. Entdeckt habe ich die mir bis dahin nicht wirklich bekannte Rebsorte Rabigato: Oft in Assemblagen zu finden, konnte ich auch ein reinsortiges Exemplar verkosten: Wunderbare Struktur mit hervorragendem Säuregerüst. Zudem hat sich die Rebsorte Encruzado hervorragend gezeigt, sei es für sich oder begleitend zu frischen Fisch- und Meeresfrüchte-Gerichten. Alvarinho hab ich gesucht und gefunden: Einerseits hochqualitative Stillweine ohne der bekannten Restkohlensäure, andererseits habe ich an diesem einen Sommertag auf Grund eines Missverständnisses (nein, Alvarinho mit Restkohlensäure zähle ich nicht zu den "Sparkling Wines" ;-)) auch diesen schätzen gelernt: Ich war am Douro in Porto, es war heiss, ich war durstig… und das hat perfekt gepasst ohne zu viel zu überlegen!
Portugal exportiert Wein seit dem 12. Jahrhundert, insbesondere nach England. Die enge Beziehung wurde 1386 im Vertrag von Windsor gefestigt. Der Methuen‑Vertrag von 1703 begünstigte den Handel mit portugiesischem Wein und trug wesentlich zur Entwicklung des Portweins bei.
1756 wurde das Douro‑Tal als erstes klar abgegrenztes Weinbaugebiet der Welt reguliert. Im 20. Jahrhundert entstanden das Instituto do Vinho do Porto (IVP) und die Junta Nacional do Vinho (JNV), die die Weinwirtschaft zentral steuerten und zahlreiche Genossenschaften gründeten.
In den 1940er Jahren kamen Mateus Rosé und Lancers auf den Markt und wurden international erfolgreich. Mit dem in die Europäische Gemeinschaft 1986 (später EU) begann eine umfassende Modernisierung. 1989 folgte ein neues Weingesetz, das Rebsorten und Regionen systematisch definierte.
Das portugiesische System ist dreistufig:
Vinho: Basisstufe für Weine aus ganz Portugal.
IGP Vinho Regional: 11 Regionen, grössere Flexibilität bei Rebsorten und Stilistik.
DOP Denominação de Origem Protegida: Höchste Qualitätsstufe, 29 Regionen.
Reifegrade:
Reserva – höherer Alkohol, definierte Fass‑ und Flaschenreife (Rot: min. 2 Jahren, davon 6 Monate im Holz; Weiss: min. 6 Monate, davon 3 Monate im Holz), muss Verkostungsprüfung bestehen.
Garrafeira – besonders gute Jahrgänge, längere Reifezeiten (Rot min. 2.5 Jahre, 18 Monate im Holz; Weiss 12 Monate, davon 6 Monate im Holz)
Portugal erstreckt sich 600 km von Norden nach Süden. Weinbau findet fast im ganzen Land statt.
Klima: Atlantisch im Westen (feucht, kühl), kontinental im Landesinneren (heiss, trocken). Niederschlag: ca. 2.000 mm im Norden bis 500 mm im Süden.
Böden: Granit, Schiefer, Kalkstein, Ton, Sand.
Höhenlagen: Je nach Region 100–1'000 Meter über Meer.
Der portugiesische Weinbau verbindet traditionelle Techniken mit moderner Kellertechnik. Während früher gemischte Sätze üblich waren, werden Rebsorten heute meist getrennt vinifiziert, um präzisere Assemblagen zu ermöglichen. In Vinho Verde dominiert die Pergola‑Erziehung, im Douro prägen die historischen Socalcos (Steinmauern) und die moderneren Patamares die Terrassenlandschaft. Viele Produzenten setzen weiterhin auf Lagares zur offenen Gärung, oft ergänzt durch temperaturkontrollierte Edelstahltanks. Holz wird differenziert eingesetzt: französische und amerikanische Eiche, aber scheinbar auch selten portugiesische Kastanie. Die Stilistik entwickelt sich klar in Richtung Frische, Präzision und moderaterem Holzeinsatz. Verschnitte bleiben typisch für Portugal, doch Rebsortenweine gewinnen etwas an Bedeutung.
Gemäss OIV-Statistik 2017 sind die folgenden die meistangebauten Rebsorten in Portugal:
Die Top 10 macht dabei rund 55% aus. Weitere erwähnenswerte Sorten sind z.B. Alvarinho, Encruzado, Jaen (Mencía), Loureiro, Roupeiro, Trajadura usw. Es werden übrigens auch weitere internationale Sorten wie u.a. Chardonnay, Gewürztraminer, Merlot, Syrah, Pinot Noir und Cabernet Sauvignon angebaut.
Regionen
(Quelle: Hauptsächlich basierend auf https://winesofportugal.com/en/discover/wine-regions/ sowie https://weinfuehrer.wein.plus/wein-region/portugal.)
(Quelle ha-Angaben 2025: https://www.ivv.gov.pt/np4/10586.html / Aufteilung Weiss-/Rotweine gemäss produzierten Hektolitern 2025 von https://www.ivv.gov.pt/np4/164.html)
Innerhalb 20 Jahren (2005 bis 2025) ist die Gesamtanbaufläche übrigens von rund 240'000ha auf rund 170'000ha gesunken (-28%).
Vinho Verde
Atlantikgeprägt, feucht, hohe Niederschläge. Frische, leichte Weissweine mit hoher Säure und oft leichtem CO₂. Alvarinho reinsortig: aromatischer, höherer Alkohol. Achtung: Neben den klassischen Vinho Verde mit etwas Restkohlensäure gibt es zahlreiche qualitativ hochstehende Stillweine!
Douro
Schiefer, extreme Sommerhitze. Drei Subzonen: Baixo Corgo, Cima Corgo, Douro Superior. Portweinsorten bilden die Basis für kraftvolle Rotweine. Weissweine aus höheren Lagen zunehmend relevant.
Portwein
Likörwein aus dem Douro, aufgespritet mit Aguardente. Hauptstile: Ruby, Tawny, LBV, Vintage. Reifte traditionell in Vila Nova de Gaia, heute dort oder im Douro. Intensiv, süss, komplex, weltberühmt.
Dão
Granit, Höhenlagen, kann sehr heiss werden, aber starke Tag‑Nacht‑Unterschiede was den Weinen eine tolle Frische verleiht. Rot: Touriga Nacional, Alfrocheiro, Jaen (=Mencía). Weiss: Encruzado als wichtigste Sorte.
Bairrada
Ton und Kalkstein, Atlantikeinfluss. Baga dominiert; hohe Säure, starkes Tannin. Wichtige Schaumweinregion.
Lisboa
Langer Küstenstreifen, stark vom Atlantik geprägt. Grosse Vielfalt: frische Weissweine, fruchtige Rotweine, viele IGP‑Weine. Wichtige Subregionen: Bucelas (Arinto), Colares (Ramisco auf Sand - eine der wenigen Regionen weltweit mit wurzelechten Reben!)
Tejo
Fruchtige, weiche Rotweine; frische Weissweine (Fernão Pires, Arinto). Qualitätssteigerung durch Neuauspflanzungen in höheren Lagen.
Península de Setúbal
Viel Castelão muss mind. ⅔ des Rotweinverschnitts ausmachen. Weiss: Fernão Pires.
Moscatel de Sétubal
Süsser, aromatischer Likörwein aus Moscatel de Setúbal und Moscatel Roxo. Oxidative Reifung, Noten von Orangenblüten, Rosinen, Honig, Karamell, Gewürzen. DOP Setúbal.
Alentejo
Heiss, trocken, mediterran. Rot: Aragonês, Trincadeira, Castelão, zunehmend Touriga Nacional, Alicante Bouschet, Syrah. Weiss: Arinto, Antão Vaz, Roupeiro. Wichtiges Zentrum der Korkproduktion.
Algarve
Warme, sonnige Küstenregion. Leichte, fruchtbetonte Rot- und Weissweine, oft früh trinkreif. Wachsende Qualitätsprojekte, aber kleine Gesamtfläche.
Madeira
Vulkanisch, steil, subtropisch. Berühmt für aufgespritete, langlebige Madeira‑Weine (Sercial, Verdelho, Boal, Malvasia). Hohe Säure, oxidative Reifung, extreme Haltbarkeit.
Siehe separaten Beitrag: https://www.winebiit.com/wine-biit-insights/madeira.
Açores
Vulkaninseln im Atlantik. Weinbau in „Currais“ (Steinmauern). Frische, salzige Weissweine aus Arinto dos Açores, Verdelho, Terrantez do Pico. Sehr geringe Mengen, hohe Individualität.
Roséwein
Typisch: frisch, leicht, mit Restsüsse (~30 g/l) und CO₂. Hauptregion: Trás‑os‑Montes. Bekannte Marken: Mateus Rosé, Lancers.
Siehe auch: Instagram-Reel.
Quintas de Melgaço, Melgaço
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Soalheiro, Melgaço
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Quinta do Cume, Provesende
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Quinta de Nápoles (Niepoort), Armamar
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Grahams Port
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Kopke - quick tasting only
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Quinta de Pellada, Pinhanços
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Santar Vila Jardím, Santar
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Sidónio de Sousa, quick visit in Figueira da Foz only
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VINEVINU, quick visit in Figueira da Foz only
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José Maria da Fonseco, São Lourenço (Península de Setúbal)
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Dona Maria, Estremoz
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Herdade de Calada, Évora
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Quinta do Zambujeiro, Borba
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Rio by Paulo André, Vila do Conde
Inato Bistrõ, Braga
A Cave Do Bon Vivant, Porto (Weinbar)
A Marisqueira de Matosinhos, Matosinhos (nähe Porto)
Divino Restaurant, Gaia (Porto)
Rabelo, Pinhão
Morgadio da Calçada (Hotel mit Abendessen möglich), Provesende
34, Guimarães
O Sabor, Viseu (hier wird sogar Schweizerdeutsch gesprochen)
Antónius - By Galaró, Figueira da Foz
O Zeca, São Lourenço (Península de Setúbal)
Casa do Gadanha, Estremoz
Enoteca Cartuxa, Évora (der Ableger bei der Kirche)
Páteo, Évora
O Camilo, Lagos
Restaurante dos Artistas, Lagos
Wine and offtopic.